Flucht & Migration

Referentin für Flucht & Migration ist Ann-Sophie Wiegel. Das Referat beschäftigt sich mit Fragen, die im Zusammenhang mit Flucht- und Migrationsbewegungen stehen und leistet politische Bildungsarbeit zu diesem Themenbereich.

Angesichts immer weiterer Verschärfungen im Asylrecht, Grenzschließung und Abschottungspolitik zwecks Flüchtlingsabwehr, Behördenwillkür, rassistischer Bewegungen und mittlerweile fast tagtäglicher Angriffe auf Geflüchtetenunterkünfte, die auch in der Region passieren, ist es wichtig, eine klare und deutliche Position zu beziehen für menschenwürdige Lebensbedingungen und grenzenlose Solidarität mit allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft. In der Auseinan­der­set­zung um Flüchtlingspoli­tik gibt es keine neu­trale Haltung, es ist ein Kon­flikt um grund­sät­zliche gesellschaftliche Fra­gen.

Wir alle müssen eine Wahl tre­f­fen: Ob wir weit­ere Ver­schär­fun­gen einer gesellschaftlichen Ord­nung hin­nehmen wollen, die durch Ungle­ich­heit und Aus­gren­zung geprägt ist, oder ob wir bereit sind für Sol­i­dar­ität und ein men­schen­würdi­ges Leben für Alle einzutreten.

Im letzten Jahr hat eine bedeutende Zahl von Studierenden begonnen sich im Rahmen der Willkommensbewegung für Geflüchtete zu engagieren. Viele selbstorganisierte Strukturen haben sich gebildet, die an unterschiedlichen Stellen aktiv werden und helfen wollen. Gruppen wie Conquer Babel und die Refugee Law Clinic sind hier zu nennen, aber es gibt noch viele weitere Initiativen, ganz zu schweigen von dem Engagement in den vielen ehrenamtlichen Initiativen um die Flüchtlingsunterkünfte oder im BAZ Friedland. Die meisten Aktivitäten finden selbstorganisiert, unabhängig von etablierten Strukturen und Institutionen statt. Entsprechend verfügen sie nur über wenige Ressourcen, um ihre Arbeit zu organisieren und zu bewerben.

Aufgabe des Referats im AStA ist es, gerade an dieses soziale und antirassistische Engagement anzuknüpfen und es zu befördern und zu stärken. Das kann es ganz konkret tun, indem er die Basis-Arbeit dieser Initiativen unterstützt, Räume und Kapazitäten zur Verfügung stellt, zur Vernetzung und Austausch der verschiedenen Gruppen beiträgt. Der AStA kann über seine Kanäle Sichtbarkeit für solche Projekte herstellen: er kann Öffentlichkeitsarbeit leisten, damit den Stimmen der Studierenden mehr Gehör geschenkt wird. Er kann aber auch innerhalb der Studierendenschaft für ein solches Engagement werben und die konkreten Mitmach-Möglichkeiten aufzeigen.

Innerhalb der Uni-Strukturen kann sich das Referat dafür einsetzen, dass Geflüchteten Zugang zur Hochschule in breiterem Maße als bisher gewährt und aktiv ermöglich wird. Es ist unheimlich schwierig ohne EU-Staatsbürgerschaft zugelassen zu werden. Zugangsbarrieren aller Art müssen abgebaut werden: finanzielle, Sprachtests, bürokratische Hürden (Anerkennung von Leistungen/Zeugnissen). Hier liegt unglaublich viel im Argen.

Der AStA hat auch einen politischen Bildungsauftrag, deshalb gilt es einen Diskurs über die derzeitigen politischen Entwicklungen im Bereich Flucht & Migration in der Studierendenschaft zu initiieren. Das soll durch thematische Publikationen und Veranstaltungen geschehen, idealerweise in Zusammenarbeit mit Gruppen und Strukturen, die Erfahrung in der direkten Arbeit mit Geflüchteten haben. Gegen rassistische Strukturen, Äußerungen und Übergriffe ist es wichtig, unmissverständlich Stellung zu beziehen und dafür zu sorgen, dass rechte Stimmungsmache keinen Raum an der Uni erhält.

Der Schwerpunkt der Aktivität vieler Helfer*innen liegt nicht an der Universität selbst, sondern in der konkreten Hilfe an den Unterkünften, in den Spendenzentren usw., deswegen wird es wichtig, auch außerhalb der Universität Kontakte zu knüpfen und Bündnisse und Netzwerke aufzubauen (bspw. Integrationsrat, Migrationszentrum, die vielen ehrenamtlichen Initiativen um die verschiedenen Unterkünfte).

Ein weiterer wichtiger Arbeits-Bereich ist die Auseinandersetzung um Wohnraum, der Mangel an günstigem Wohnraum ist ja seit Jahren bekannt und betrifft auch Studierende und alle finanziell schwachen Gruppen in der Stadt. Der AStA muss sich dafür einsetzen, dass nicht soziale Konflikte geschürt werden, indem Interessen von Geflüchteten und Studierenden gegeneinander ausgespielt werden. In seiner Öffentlichkeits-Arbeit muss der AStA die Forderung nach bezahlbaren Wohnraum für alle stark machen und auch offensiv gegenüber verantwortlichen Institution wie Studiwerk und Stadt vertreten.

Ihr erreicht das Referat unter flucht-migration@asta.uni-goettingen.de

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