Pressemitteilung zum Buchladen Rote Straße

AStA Göttingen kritisiert Ausschluss linker Buchläden vom Buchhandlungspreis

 

Der AStA der Universität Göttingen verurteilt die Entscheidung des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer, drei linksgerichtete Buchläden – darunter den Göttinger Buchladen Rote Straße – von der Liste des Deutschen Buchhandlungspreises zu streichen. Der AStA sieht darin eine ungerechtfertigte Attacke auf linke Kultur und Politik und fordert den Minister auf, die Maßnahme rückgängig zu machen.

 

Lukas Bischoff [AStA-Referent für Kultur] kommentiert hierzu:

“Wir stehen solidarisch mit dem Buchladen Rote Straße und den anderen betroffenen Läden, und wir fordern die Göttinger Studierendenschaft auf, ihren örtlichen Buchladen zu unterstützen. Die Entscheidung Wolfram Weimers läuft dem Prinzip des Buchhandlungspreises direkt zuwider, denn der Preis soll gerade solche Buchläden auszeichnen, die das kulturelle Leben vor Ort bereichern – und wenn das auf den Buchladen Rote Straße nicht zutrifft, auf welchen denn dann? Aber das ist Wolfram Weimer offenbar egal. Ihm geht es nur darum, sogar eine solche Preisverleihung zu einer neuen Waffe im Kampf gegen links umzuschmieden. Ist er dafür Kulturstaatsminister geworden?”

Janna Ouedraogo [Referentin für Klima, Umweltschutz und Nachhaltigkeit] ergänzt:

“Weimers Handeln wäre in jedem Kontext falsch, aber in Zeiten einer immer stärker werdenden extremen Rechten ist es ein katastrophales Signal. Die Umfragewerte der AfD, die Konsolidierung rechter autoritärer Regime in zahlreichen Staaten, die Verbreitung extrem rechter Ideologie gerade auch bei jungen Leuten – angesichts all dessen kann man sich nur dann immer noch auf eine vermeintliche Bedrohung von links einschießen, wenn man die Zeichen der Zeit nicht nur nicht sieht, sondern nicht sehen will.”

Der Buchladen Rote Straße ist ein fester Teil des Göttinger Stadtlebens und trägt mit verschiedensten Veranstaltungen zum kulturellen Leben der Stadt bei. Im Jahr 2023 erhielt er unter anderem deshalb bereits den Deutschen Buchhandlungspreis. Die Entfernung des Roten Buchladens sowie der beiden weiteren Buchhandlungen von der Liste der Nominierungen stellt eine ungerechtfertigte Politisierung einer eigentlichen Formsache dar. Aus diesem Grund stellen wir uns als AStA Göttingen klar gegen das Verhalten des Kulturstaatsministers.