Gender, Diversity und Gleichstellung

Gleichstellung bedeutet für uns: Sensibilisierung, Information, Beratung, Vernetzung und vor allem Sichtbarmachung und Empowerment. Wir sensibilisieren für aktuelle Problematiken im Bereich der Gleichstellung aller Geschlechter. Wir informieren euch mittels eigener Veranstaltungen und Kooperationen, die sich mit dem Themenkomplex Gleichstellung beschäftigen. Wir beraten Studierende, Fachschaften und andere Organe der Studierendenschaft sowie Eigeninitiativen.

Themenschwerpunkte sind hierbei:

  • Diskriminierung und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts
  • sexuelle Gewalt
  • Vertretung der spezifischen Belange der Studierenden in Gleichstellungsfragen
  • Förderung der Auseinandersetzung mit Themen der Gleichstellung
  • Vernetzung mit weiteren Akteur*innen und Initiativen

Kontakt und Sprechzeiten:

Bei Fragen, Anregungen, Wünschen und Problemen wendet euch an das Referat für Gender und Diversity. Die Sprechzeiten und Kontaktmöglichkeiten findet ihr hier.

Links:

 

Gender?“


„… Ich glaub, das hab ich schon mal gehört.“ 
Aber was bedeutet eigentlich der Begriff Gender, wo doch andauernd davon die Rede ist?

Der Begriff Gender steht für das soziale und kulturell bedingte Geschlecht einer Person und will deutlich machen, dass Geschlecht vor allem eine von Menschen gemachte Realität und nicht bloß biologisch gegeben ist. Das bedeutet, dass das, was von einer Frau und einem Mann erwartet wird, ein Konstrukt der Gesellschaft ist und nicht durch Gene oder Evolution vorgegeben wird. Diese Rollenerwartungen können sowohl räumlich als auch zeitlich unterschiedlich sein.

Warum ist dieser Ansatz denn so wichtig?

Auch Studierende leben nicht außerhalb der gesellschaftlichen Räume, Systeme und Strukturen in denen Gender eine Rolle spielt. Auch an unserer Uni sind Geschlechterstereotype
Alltag und Menschen werden sprachlich und körperlich angegriffen, wenn sie
nicht in das normierte Bild von Mann und Frau passen (wollen). Dies kann sehr subtil
passieren, denn sexistische Strukturen sind uns sehr bekannt und normalisiert und bleiben oft unsichtbar. Diese äußern sich z.B. in Kommentaren wie: „Naja, Frauen sind in Mathe einfach nicht so gut.“ oder „Er kann halt besser reden als zuhören, er ist ja ein Mann.“ Diese Strukturen sichtbar zu machen ist wichtig, um die Diskriminierungen, die daraus hervorgehen, verringern zu können.

 

Diversity


Der Diversity-Ansatz verknüpfte in den USA ursprünglich Postulate und Forderungen der feministischen Emanzipationsbewegungen sowie der antirassistischen Bürger*innenrechtspolitik mit politisch umsetzbaren Maßnahmen und Zielen. Ein wesentlicher Bestandteil dieser sozialen Bewegungen war das politische Selbstverständnis und die Erkenntnis einer Benachteiligung und Diskriminierung aufgrund einer anderen Abstammung oder des Geschlechts. Zugleich entstand ein historisches Selbstverständnis darüber, dass diese Benachteiligung gesellschaftlich und politisch durch Rollenzuschreibungen, Fremdbilder und Rassismus entstanden ist. Ziel war eine Gleichstellung und Emanzipation im Sinne gleicher Menschen- und Bürger*innenrechte.

Eine einheitliche deutschsprachige Definition von ‚Diversity‘ erscheint schwierig, da der Begriff aus dem angloamerikanischen Raum stammt. Festgehalten werden kann, dass es unterschiedliche Ansätze gibt: Vielfalt bezieht sich auf äußerlich wahrgenommene Merkmale (Behinderung, Hautfarbe, Geschlecht), subjektive mehr innere Kriterien (Erziehung, Bildung, Religion) sowie gesellschaftlich-kulturelle Dimensionen (Nationalität, ethnische Zugehörigkeit), wodurch sich Menschen unterscheiden.

Folgende Definition kann hier beispielhaft dienen: 
„Diversity bedeutet Vielfalt und beschreibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Menschen. In unserer Welt treten täglich mehr und mehr Menschen in Kontakt miteinander und erleben diese Vielfalt. 
Organisationen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und dem Non-Profit-Bereich müssen sich mit dieser Vielfalt in ihren eigenen Reihen, aber auch auf der Seite der Kundschaft auseinandersetzen.“ (Link zur Homepage)

Aus diesen genannten Kriterien können sechs Kerndimensionen von Diversity abgeleitet werden: Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung, ethnisch-kulturelle Zugehörigkeit, Religion, Behinderung. Auffällig ist bei allen Definitionen deren Abhängigkeit von gesellschaftlichen, politischen Kontexten, in denen Unterscheidungskriterien zwischen Bevölkerungsgruppen festgeschrieben werden. Diversity-Kriterien sind also nicht per se vorhanden, sondern werden von sozialen und politischen Akteuren konstruiert. Diversity zeichnet sich also dadurch aus, dass deren Dimensionen nicht eindeutig abgrenzbar ist. Erkennbar ist aber auch, dass in diesem Sinne Diversity oder ein individueller Unterschied jeglicher Art beim Menschen ein vom Kontext abhängiges Merkmal und eine Ressource darstellen und in einem System oder Bereich (Wirtschaft, Unternehmen, Gesellschaft u.a.) als kreatives und individuelles Potenzial genutzt werden kann.

Diversity Management ist deshalb auch ein Teil der Uni Göttingen. Wie Gleichstellung von allen Geschlechtern, Familienfreundlichkeit und Internationalisierung ist es zum einen als Querschnittsthema im Entwicklungsplan verankert. Zum anderen strebt die Universität ihrem Leitbild zufolge nach der Überwindung aller geschlechtsbedingten, ethnischen, kulturellen, sozialen und religiösen Benachteiligungen.

Die Uni diversitysensibel zu gestalten, bedeutet, einerseits die großen Potentiale der Diversität der Universitätsmitglieder und -angehörigen in den Blick zu nehmen. Andererseits heißt es für Diskriminierungen aufmerksam zu sein, die an der Uni und in ihrem Umfeld zu beobachten sind. Langfristiges Ziel ist es, über Einzelmaßnahmen wie Beratungs- und Unterstützungsangebote für einzelne Zielgruppen hinaus grundlegende Strukturveränderungen und einen nachhaltigen Kulturwandel an der Universität anzustoßen.

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