Neue Ordnung für E-Klausuren

Aufgrund der Corona-Beschränkungen hat der Senat eine Änderung der Allgemeinen Prüfungsordnung (APO) beschlossen und das Präsidium die „erhebliche Beeinträchtigung des Universitätsbetriebs” (aktuell bis zum 30.09.2020) erklärt. Die Änderungen betreffen euch, wenn ihr auf Bachelor- oder Masterabschluss hin studiert.

Wenn ihr die Änderungen im Volltext lesen möchtet, findet ihr sie hier (ab Seite 80).

Wir möchten euch mit diesem Text mitteilen, was jetzt Neues möglich ist und euch insbesondere auf eure Rechte hinweisen.
Mit den Änderungen ist es nun – solange die „erhebliche Beeinträchtigung” festgestellt ist – möglich, dass

  • Prüfungsvorleistungen »angemessen« geändert werden (z.B. Präsenzpflichten, Abgaben von Aufgaben) (vgl. § 22 (1) a)
  • Prüfungsformen geändert werden (mündliche Prüfung anstelle einer schriftlichen Prüfung oder anstelle von Präsentation, Referat, praktische Prüfung etc.) (vgl. § 22 (1) c). Wenn das passiert, müsst ihr spätestens 14 Tage vor dem Prüfungstermin darüber in Kenntnis gesetzt werden (vgl. § 22 (1) Satz 3).
  • Prüfungen und Klausuren online stattfinden.
  • Präsentationen, Referate, praktische Prüfungen oder fachspezifische Prüfungsformen, sofern ihr dem zustimmt, online durchgeführt werden (vgl. § 22 (1) b) sowie § 15 (8) Satz 11). Mündliche Prüfungen durften ohnehin online stattfinden; auch hier habt ihr jedoch eine Wahl und dürft entscheiden, ob ihr dem zustimmt (vgl. § 15 (8) Satz 11).
  • Abgaben von Hausarbeiten und Abschlussarbeiten über Flexnow stattfinden (vgl. § 22 (1) d)); ihr könnt euch also in diesem Fall sparen, nach Druckern zu suchen.
  • Ihr an Prüfungen teilnehmen könnt, auch wenn ihr beurlaubt seid (vgl. § 22 (1)).
  • Euch individuelle Prüfungsformen ermöglicht werden (z.B. mündliche Online-Prüfung), wenn ihr der Risikogruppe oder erweiterten Risikogruppe angehört, um die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren (vgl. § 22 (1) Satz 7). Ihr gehört der erweiterten Risikogruppe bspw. an, wenn ihr Angehörige pflegt, die zur Risikogruppe gehören.

Die Neuerungen verändern nichts daran, dass ihr nach § 15 (8) an mündlichen Prüfungen anderer beobachtend teilnehmen dürft, wenn ihr ein berechtigtes Interesse habt (z.B. weil ihr demnächst selbst diese Prüfung ablegen möchtet) und die zu prüfende Person nicht widerspricht oder es die Umstände nicht zulassen (vgl. § 15 (8)). Bei Online-Prüfungen dürfte das also grundsätzlich möglich sein.

Eventuell werdet ihr zur Durchführung von Online-Klausuren dazu aufgefordert, Software auf eurem Gerät zu installieren, um beispielsweise Betrugsversuche zu entdecken (vgl. § 22 (1) Satz 6). Die Uni darf euch nach unserer Auffassung hierzu nicht zwingen bzw. nötigen; auf Antrag hin werden euch (nach Möglichkeit) Computer in Universitätsräumen zur Verfügung gestellt, damit ihr von dort aus an der Klausur dennoch teilnehmen könnt. Beachtet auch, dass Prüfungen und Prüfungsvorleistungen nicht via Zoom abgenommen werden dürfen (vgl. Stellungnahme der Senatskommission für Informationsmanagement vom 30.04.2020).

Als AStA sind wir der Meinung, dass das aktuelle Semester ein sehr irreguläres ist, welches unter besonderen Bedingungen stattfindet. Für die meisten ist die Situation schwierig, sei es durch eine vom Online-Semester verursachte höhere Arbeitsbelastung, Klausuren während der Vorlesungszeit oder finanzielle Krisen. Zusammen mit den beiden studentischen Senatorinnen haben wir daher auf Uni-, Landes- und Bundesebene dafür gekämpft, dass euch durch die aktuelle Situation keine Nachteile entstehen. Wir haben dabei einiges erreicht, wissen aber ganz klar, dass die Änderungen bisher eher punktuell Verbesserungen bringen.
Anstatt unseren Forderungen zu folgen und das Semester als das anzuerkennen, was es ist, nämlich ein irreguläres Semester, haben sich Politik und das Unipräsidium dazu ausgeschwiegen und das Semester nicht zum Solidar- bzw. Kann-Semester erklärt. Das bedeutet, dass das aktuelle Semester ganz regulär gewertet und auf die Regelstudienzeit angerechnet wird. Die Langzeitstudiengebühren werden in Niedersachsen nicht pauschal um ein Semester nach hinten verschoben oder endlich abgeschafft, sondern es ist ein Härtefallantrag notwendig, um diese erlassen zu bekommen.

Wir hoffen, dass für alle im Zusammenhang mit Corona auftretenden Probleme jetzt und auch langfristig über das Semester hinaus kulante Lösungen gefunden werden. Wenn das aber nicht klappt oder ihr weitere offene Fragen habt,wendet euch gerne an eure Fachschaft oder direkt an uns: wir werden euch in euren Anliegen unterstützen!
Bedenkt aber auch: die Situation ist für Dozierende und Studierende gleichermaßen schwierig – lasst uns daher miteinander diese Krise durchstehen, statt gegeneinander zu agieren.