AStA kritisiert neue „Öko-Becher“ des Studentenwerks – Mehr Schein, als Sein

Ob Recyclingpapier, Mülltrennung, Stromverbrauch, bei vielen umweltrelevanten Themenkomplexen stehen wir als AStA seit geraumer Zeit in Verbindung mit den zuständigen Stellen der Universität und des Studentenwerks. Unser Ziel ist eine nachhaltigere Gestaltung des Campus in all seinen dafür relevanten Facetten.
Einen Schwerpunkt unseres Engagements stellt aktuell das hohe Aufkommen an Kaffee-Einwegbechern und dessen Reduzierung dar, denn diese haben verheerende Folgen für die Umwelt. Zur Herstellung der momentan verwendeten To-Go-Becher wird viel Energie benötigt und Wasser, Holz sowie Erdöl verbraucht. Aufgrund ihrer Kunststofffolie werden diese Becher nicht recycelt, sondern in aller Regel einfach verbrannt. Durch ihre schlechte Isolierung greifen viele Studierende auch noch gleich zu zwei Bechern.
Nun haben wir Gespräche geführt und können vermelden, dass in den Mensen und Cafeterien des Studentenwerk Göttingen demnächst nur noch Becher aus 100% kompostierbarem Material ausgegeben werden. Auch die Deckel sind bereits seit geraumer Zeit aus Maisstärke.
Mit dieser Lösung sind wir jedoch nicht zufrieden. Denn in der Produktion weisen jene Becher nur eine geringfügig bessere Umweltbilanz auf. Der auf den vom Studentenwerk bestellten Bechern aufgedruckte Spruch „Thank you, you are helping to look after our world by using this cup“ erscheint uns in diesem Zusammenhang als Irreführung, vermittelt er doch den Eindruck, man würde aktiv zum Umweltschutz beitragen. Wir fordern, dass das Studentenwerk eine Lösung anbietet, die dem hohen Ressourcenverbrauch tatsächlich entgegenwirkt.
Eine Möglichkeit dafür wäre ein System mit Mehrwegbechern, die mehrere hundertmale gespült und wiederverwendet werden können. In Göttingen gibt es bereits ein solches System, den sogenannten „Fair-Cup“, an dem viele Göttinger Bäckereien und die Stadtbibliothek Göttingen schon beteiligt sind. Das Studentenwerk verweist hingegen auf das schon bestehende Mehrwegbechersystem der weißen Keramiktassen, doch selbst da gibt es Missstände: Spätestens in den Abendstunden muss beim Kaffee oder Kakao zu den Einwegbechern gegriffen werden, da dann meist keine Keramikbecher mehr zur Verfügung stehen. Wir fordern daher das Studentenwerk auf, diese Missstände abzustellen und auf Vorschläge aus den Reihen der Studierendenschaft einzugehen. Wir wollen wirksame, langfristige Lösungen im Sinne der Nachhaltigkeit, statt nur scheinbare Verbesserungen.
Wir wollen die Verantwortlichkeit jedoch nicht nur beim Studiwerk suchen. Auch wir Studierende als Kund*innen der Mensen und Cafeterien sind natürlich Teil der Problematik. Deshalb an dieser Stelle ein freundlicher Appell an alle Kaffeejunkies: Bitte überlegt euch, ob ein To-Go-Becher wirklich von Nöten ist, oder ob ihr nicht doch lieber zum wiederverwendbarem Keramikbecher greifen könnt. Alternativ könntet ihr auch einen eigenen Becher mitbringen. Und wenn es schon ein Einwegbecher sein muss, so entsorgt jenen bitte in den dafür vorgesehenen Müllbehältern und lasst sie nicht einfach im Hörsaal liegen und erspart so den Reinigungskräften unserer Uni mühsame Arbeit.

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