Agenda

AStA stellt Schwerpunktthemen für die Legislaturperiode 2017/18 vor

 

Fokus für das kommende Jahr neben Serviceangeboten vor allem auf politischer Arbeit – „festival contre le racisme“ soll wieder angeboten werden 

Der AStA der Uni Göttingen stellt im Folgenden seine Schwerpunkte für die anstehende Legislaturperiode 2017/18 vor. Mit drei zusätzlich eingerichteten Referaten soll an die gute Arbeit des vorherigen AStA angeknüpft und diese noch weiter ausgebaut und verstetigt werden.

Organisation & Arbeitsweise

Innerhalb des AStA arbeiten die Referate als Team zusammen. Dabei bestehen keine Hierarchien zwischen Referent*innen und Sachbearbeiter*innen. Die Arbeit des AStA wird kooperativ über Arbeitskreise organisiert. Dazu schließen sich einzelne Sachbearbeiter*innen, Referent*innen oder ganze Referate zusammen, um ein Thema bzw. Projekt langfristig zu bearbeiten. Dementsprechend nimmt die Vorsitzende koordinierende Aufgaben wahr und unterstützt die Referate bei ihren Projekten. Außerdem repräsentiert sie den AStA nach außen, zum Beispiel gegenüber der Presse.

Soziales & Wohnen

Der Umgang mit sozialen Belangen der Studierendenschaft wird im AStA weiterhin einen wichtigen Teil der Servicearbeit darstellen. So wird auf der AStA-Homepage, in Sprechstunden oder per Mail rund um die Themen Studienfinanzierung, Krankenversicherung, Rundfunkgebühren, Wohnen, Studieren mit Kind, barrierefreies Studium, internationaler Austausch von Studierenden und Semesterticketrückerstattung informiert und beraten.

Konfrontiert mit einem permanenten Wohnraummangel in Göttingen und vor dem Hintergrund der Erhöhung der Studentenwerksbeiträge und der Mieten in den Wohnheimen des Studentenwerks wird das Engagement des AStA auch in diesem Bereich verstärkt. Der bereits gegründete Arbeitskreis „Wohnraum“ soll alle Interessierten zusammen mit den relevanten Akteur*innen aus Politik und Verwaltung an einen Tisch bringen und so mittel- und langfristige Lösungsansätze erarbeiten. Weiterhin werden wir die Wohnrauminitiative und das Bündnis Wohnheime gegen Mieterhöhungen unterstützen.

Hochschulpolitische Arbeit & Vernetzung

Um Studierenden das Engagement an der Universität zu erleichtern, müssen alle Initiativen, Vertreter*innen und Ansprechpersonen für Interessierte erreichbar sein. Aus diesem Grund tritt das Hochschulreferat in einen ständigen Austausch mit studentischen Gremienmitgliedern, den weiteren Gremien der studentischen Selbstverwaltung an der Uni und der Fachschaftsräteversammlung. Das Hochschulreferat wird in der kommenden Legislatur außerdem zu einem offenen Austausch mit den studentischen Vertreter*innen des Nordcampus einladen. Zugleich ist das Hochschulreferat Ansprechperson für hochschulpolitische Initiativen.

Auch auf Landes- und Bundesebene wird der AStA sich über die bestehenden Strukturen der LandesAStenKonferenz (LAK) Niedersachsen und des freien zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs) mit anderen Studierendenvertretungen vernetzen und austauschen.

Zusätzlich wollen wir überfällige Ordnungsänderungen innerhalb der Verfassten Studierendenschaft vorantreiben und dazu einen Austausch der verschiedenen Gruppen im Studierendenparlament anstoßen. Hierfür soll das Hochschulreferat Vorschläge erarbeiten.

Weiter gilt es, sich in Zeiten unzureichender Hochschulfinanzierung und der damit einhergehenden Ökonomisierung der Universität kritisch mit diesen Prozessen auseinanderzusetzen. Der AStA stellt sich entschieden gegen die neuen Zielvereinbarungen des niedersächsischen Bildungsministeriums, die durch Budgetreduzierungen zu einer Unterfinanzierung einiger Fakultäten führen könnten. Auch gilt es, das mittlerweile im niedersächsischen Hochschulgesetz verankerte Verbot einer allgemeinen Anwesenheitspflicht konsequent durchzusetzen, um so den Studierenden in Göttingen ein selbstbestimmtes Studium zu ermöglichen. Wir wollen uns innerhalb verschiedener Arbeitskreise mit den Themen gute Lehre, Internationalisierung der Curricula, Zukunft des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Exzellenz-Strategie der Universität auseinandersetzen. Hierfür soll es einen aktiven Austausch mit den studentischen Senatsmitgliedern geben.

Weiterhin wollen wir wieder mehr Studierende auf die Hochschulpolitik aufmerksam machen und in eine öffentliche, kritische Reflexion des derzeitigen hochschulpolitischen Systems eintreten. Hierzu organisieren wir offene Diskussionsveranstaltungen.

Allgemeinpolitisches Mandat

Seinen Auftrag zur politischen Bildung der Studierendenschaft nimmt der AStA in der Einrichtung weiterer Referate wahr. So wird zusätzlich in den Referaten für Ökologie und Nachhaltigkeit, Politische Bildung und kulturelle Belange sowie Gleichstellung und Diversität inhaltliche Arbeit geleistet.

Für den universitären Alltag bedeutet das zum Beispiel durch Verhandlungen mit dem Studentenwerk ein umfangreicheres Angebot an regionalen, biologischen und fair gehandelten Produkten auf dem Campus anzubieten. Ein weiterer Ansatzpunkt sind die Bestandsaufnahme und Förderung von Lehrinhalten zum Thema Ökologie und Nachhaltigkeit, wie dem Studienzertifikat „Studium Oecologicum“. An dieser Stelle soll die Zusammenarbeit von Studierenden und Dozierenden der Fächer Biologie, Bio-Diversität, Ökosystemmanagement und Geographie gefördert und unterstützt werden. Ein interdisziplinärer Ansatz und kritische Wissenschaften sind dabei wichtig. Weiterhin möchte das Referat der Pflicht nachkommen, die Studierenden mit öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und Publikationen zu informieren und einzubinden.

Das Referat für Politische Bildung wird mit seiner Arbeit Vorträge, Workshops und Veranstaltungen über gesellschaftspolitische Themen anbieten, die das fachspezifische Curriculum an der Universität ergänzen.

Wir befinden uns in einem Wahljahr, in dem neben der Bundestagswahl im September auch die Wahl des Niedersächsischen Landtages im Januar 2018 ansteht. Daher wollen wir mit unserer Arbeit die Studierenden über die Wahlinhalte der demokratischen Parteien informieren. Dies kann beispielsweise über Podiumsdiskussionen sichergestellt werden.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Erinnerungskultur an unserer Universität. Daher soll wieder eine Gedenkstättenfahrt des AStA angeboten werden, um den Studierenden eine Möglichkeit der Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit zu bieten. Langfristig soll dabei eine Gedenkstättenfahrt in Kooperation mit dem Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte geschaffen werden.

Die Universität ist der Ort in der Gesellschaft, an dem Wissen sowohl geschaffen als auch vermittelt wird. Deshalb sieht es der AStA auch als seine Aufgabe, sich mit der Rolle der Wissenschaft in der Gesellschaft auseinanderzusetzen.

Das Referat für Gleichstellung und Diversität versucht mithilfe der Behandlung von vielfältigen Themen marginalisierten Gruppen in der Studierendenschaft mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Dazu zählen beispielsweise die Bekämpfung von Sexismus und Trans*-Feindlichkeit in der Wissenschaft, Inklusion an der Hochschule, geschlechtergerechte Sprache, verschiedene Diversitätskonzepte und mehr. Die Studierendenschaft soll für diese Themenbereiche mittelfristig niedrigschwellig sensibilisiert und weitergebildet werden. Hierfür werden verschiedene Darstellungsformen gewählt, wie zum Beispiel inhaltliche Veranstaltungsreihen, aber auch Lesungen, Konzerte und feministische Poetry Slams.

Auch zukünftig soll ein reger Austausch mit dem Gleichstellungsbüro, der zentralen Gleichstellungsbeauftragten sowie den dezentralen Gleichstellungsbeauftragten stattfinden. Das Referat begleitet außerdem das Diversity Audit der Universität und strebt eine Zusammenarbeit mit dem Hochschul- und dem Sozialreferat zur Verbesserung von Studienbedingungen benachteiligter Studierendengruppen an. Insgesamt sollen dadurch bestehende Diskriminierungsstrukturen langfristig vermindert werden.

Festival „contre le racisme

Besonders freut sich der AStA, eine Neuauflage des erfolgreichen „festival contre le racisme“ im Sommersemester ankündigen zu können. Dabei wird es wieder ein großes Outdoor-Programm mit Workshops, inhaltlichen Vorträgen und Konzerten geben, das in Verbindung von Politik und Kultur auf rassistische Missstände in der Gesellschaft aufmerksam machen soll. Das Festival wird sich nicht an Profitinteressen orientieren, sondern verschiedenen antirassistischen Akteur*innen Gelegenheit geben, sich der Studierendenschaft vorzustellen und für ihre Aktionen zu werben.

Transparenz und Öffentlichkeit

Zentral für eine breite Öffentlichkeit ist der aktive Austausch mit Vertreter*innen aus Presse und Medien. Insbesondere streben wir eine bessere Kooperation mit den Uni-Medien an, um einer größeren Anzahl an Studierenden die Hochschulpolitik näherzubringen. Der AStA wird regelmäßig auf seiner Homepage zum Stand seiner Agenda berichten. Dies wird ergänzt durch die regulär stattfindenden Berichte des AStA im Studierendenparlament. Zusätzlich wird der AStA in regelmäßigen Abständen einen Newsletter für alle Studierenden herausgeben.

Willkommen an der Universität

Natürlich wird der AStA sich im Bereich der Erstsemester-Betreuung auch in diesem Jahr engagieren. Auch in der kommenden Legislatur werden wir Campusführungen, Informationsabende und Ersti-Beutel anbieten. Gerne wollen wir den AStA in den Orientierungsphasen der Fakultäten vorstellen. Wir stehen den neuen Studierenden mit Rat und Tat zur Seite und versuchen den Studienstart so einfach wie möglich zu gestalten und somit das bestehende Angebot der Erstsemester-Betreuung an den Fakultäten zu ergänzen.

Zum Serviceangebot des AStA zählt außerdem die verlässliche Aushandlung der verschiedenen Semestertickets. Auch in diesem Jahr wird der AStA mit Kultureinrichtungen, Bus- und Bahnunternehmen die bestmöglichen Konditionen für das Kultur- sowie das Bus- und Bahnsemesterticket aushandeln und diese parallel zu den Hochschulwahlen den Studierenden zur Abstimmung stellen.

AStA Uni Göttingen, 5. April 2017

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