Bericht zur Mitgliederversammlung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes

Am 20.06.17 hat der AStA die Studierendenschaft der Universität Göttingen bei der Mitgliederversammlung des DAAD (Deutschen Akademischen Austauschdienstes) vertreten. Neben der Vorstellung der Arbeit des letzten Jahres und der Wahl der neuen studentischen Vertreter*innen haben die Studierendenschaften auf der MV auch ein deutliches Zeichen gegen Studiengebühren für ausländische Studierende gesetzt.

Zu Beginn der Mitgliederversammlung erfolgte der Bericht des Präsidiums sowie die Beschlussfassung über den Jahresbericht und die Entlastung des Vorstandes, in dem mit Frau Prof. Dr. Casper-Hehne auch ein Mitglied des Göttinger Präsidiums sitzt. An dieser Stelle wurde auch den Studierenden Zeit eingeräumt um über Studiengebühren sprechen zu können. Die Hochschulen, die Mitglieder des DAAD sind, hatten sich zuvor oft positiv über Studiengebühren für Nicht-EU-Bürger*innen, am BeispielBaden-Württembergs, geäußert. Hiergegen haben sich die Studierendenschaften klar positioniert, insbesondere da dies in einem offensichtlichen Widerspruch zum Internationalisierungsauftrag des DAAD steht.

Auch der AStA der Uni Göttingen stellt sich gegen Studiengebühren für internationale Studierende. Auf sozial selektive Art und Weise wird Hochschulbildung als Luxusgut verkauft und Studierende hierbei nach ihrer wirtschaftlichen Verwertbarkeit ausgewählt. Zumal das Ideal eines gerechten und freien Zugangs zu Bildung für sehr geringe Mehreinnahmen geopfert wird.

Die Forderungen der Studierendenschaften trafen auch bei Vertreter*innen der Hochschulen auf Zustimmung und konnten der Präsidentin Frau Prof. Dr. Wintermantel vermittelt werden.

Im zweiten Abschnitt der Mitgliederversammlung wurden die studentischen Vertreter*innen für den Vorstand und das Kuratorium, welches den Vorstand berät und den Jahresabschluss prüft, gewählt. Der schwache Einfluss der studentischen Vertreter*innen zeigt sich im Wahlverfahren: Die Stimmen der Studierendenschaften für die aus ihren Reihen entsandten Mitglieder des Vorstands wird einfach gezählt, die der Hochschulen doppelt. Auch in die Gremien des DAAD werden Studierende nur in den seltensten Fällen aufgenommen. Auch hierfür wollen sich die neu gewählten Studierendenvertreter*innen stark machen. Im kommenden Jahr werden Maimouna Ouattara und Florian Pranghe die Studierenden erneut im Vorstand vertreten, Anna Puttkamer und Younouss Wadjinny kommen als neue Mitglieder hinzu. Für das Kuratorium wurden Stanislaw Bondarew, Daniel Janke und Florian Siekmann gewählt. Die nächste Wahl wird in zwei Jahren stattfinden.

Es folgte ein längerer Vortrag zum Thema Digitalisierung, der auch einen kurzen Ausblick zu den Chancen, die Digitalisierung im Zusammenhang mit Auslandsaufenthalten bieten kann, beinhaltete.

Im Anschluss wurden verschiedene Förderungsprogramme, die im Zusammenhang mit den Herausforderungen durch die sogenannte Flüchtlingskrise ins Leben gerufen wurden, vorgestellt. Ein besonderer Schwerpunkt wurde hierbei auf die Programme Integra und Welcome gelegt. Das Förderprogramm Integra soll jungen Erwachsenen aus dem Ausland den Zugang zu Hochschulen durch Sprachkurse und fachliche Propädeutika erleichtern. Es wurden ca. 6000 Personen im letzten Jahr durch dieses Programm erreicht. Das Welcome Programm soll studentische Initiativen, die sich rund um Geflüchtete an Hochschulen engagieren, würdigen und finanziell unterstützen. Hier werden aktuell 162 Projekte gefördert. Insgesamt wurden nach Einschätzung des DAAD ca. 30.000-50.000 geflüchtete Studierende durch seine Unterstützung erreicht. Die Programme sind gut angenommen und auch für dieses Jahr erneut ausgeschrieben worden. In der Diskussion wurden die Programme zwar gewürdigt, es wird aber auch auf die eher steigende als sinkende Angewiesenheit der Universitäten auf Unterstützung für Arbeit mit Geflüchteten hingewiesen.

Die gesamte Mitgliederversammlung stand unter großem zeitlichen Druck und es bot sich kaum Raum für Rückfragen. Insgesamt entstand daher der Eindruck, dass die Mitgliederversammlung eher als Präsentationsplattform für die Mitgliedshochschulen denn als Ort der inhaltlichen Auseinandersetzung genutzt wird. Die Meinung der Studierenden hat im DAAD, wie auch in anderen Gremien der Hochschulpolitik, zu wenig Gewicht. Der DAAD leistet zwar einen entscheidenden Beitrag zum internationalen Austausch, ist aber gemessen an seinem Einfluss und seiner Arbeit sehr unbekannt unter Studierenden.

Weitere Informationen, zum Beispiel zu den Hochschulsystemen auch kleinerer Länder, findet ihr auf der Homepage des DAAD unter https://www.daad.de.

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