Bericht zur Podiumsdiskussion „Demokratie – Wissenschaft – Verantwortung“

Der AStA hat am 07.06. an der von der Universität ausgerichteten Podiumsdiskussion „Demokratie – Wissenschaft – Verantwortung“ teilgenommen. Auf dem Podium war der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vertreten. Außerdem haben an der Podiumsdiskussion Prof. Dr. Dirk Schumann, Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte, Dr. Stine Marg, Geschäftsführende Leiterin des Instituts für Demokratieforschung und Matthias Jakubowski von der Refugee Law Clinic teilgenommen. Moderiert wurde die Diskussion von Dr. Wilhelm Krull, Vorsitzender des Stiftungsrates der Uni.

Als AStA versuchen wir durch politische Bildung die Studierenden zu einem kritischen und selbstbestimmten Studium zu ermuntern und die Voraussetzungen dafür zur Verfügung zu stellen. Hier brauchen wir natürlich auch die Unterstützung der Gesamtuniversität – diesen Standpunkt haben wir auch auf dem Podium vertreten.

Wir glauben, in Zeiten einer erstarkenden AfD, die in 13 Landesparlamenten vertreten ist und einem europaweiten Rechtsruck bei Wahlen, brauchen wir politisierte Studierende, die für die Demokratie und demokratisches Gedankengut in der Gesellschaft streiten.

Wir denken, dass viele unserer Studierenden sich bereits ehrenamtlich und gesellschaftspolitisch engagieren – z.B. in NGOs, in Parteien und für verschiedenste Themen. Das lässt sich auch an den vielen Initiativen an unserer Uni erkennen, beispielsweise die Refugee Law Clinic.

In Göttingen können wir außerdem auf eine lebendige Hochschulpolitik blicken. Auch hier lernen Studierende sich politisch zu äußern und sich an demokratischen Prozessen zu beteiligen. Das hat natürlich auch direkte Auswirkungen auf die Gesellschaft, da Studierende lernen, sich aktiv für die Demokratie einzusetzen und antidemokratische Tendenzen zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.

Aus Sicht des AStA haben Bildungsinstitutionen die Aufgabe die Lehrenden und Lernenden gleichsam zu befähigen. Es muss die Fähigkeit vermittelt werden, Kritik zu üben und Prozesse kritisch zu hinterfragen. Im Bereich der Forschung übernimmt die Universität bereits Verantwortung, indem sie sich einer Zivilklausel verpflichtet. Wissenschaft darf nicht als abgekoppelter Elfenbeinturm begriffen werden, sondern muss im Austausch mit den gesellschaftlichen Bedürfnissen betrieben werden und die Ergebnisse der Gesellschaft vermitteln

Der AStA ist der Meinung, dass Forschungsprozesse und Forschungsergebnisse transparent gemacht werden müssen. Was wird warum erforscht? Und wem kommt es zugute? Wissenschaftler*innen müssen sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sein und diese auch wahrnehmen. Gemeinsam müssen wir eine Kultur des demokratischen Streits etablieren. Ein gutes Beispiel ist hier der March for Science bei dem Wissenschaftler*innen für ihre Anliegen auf die Straße gegangen sind.

Im Sinne einer „Dritten Mission“ an den Hochschulen hat sich bereits ein Wandel vollzogen. Die Hochschulen sehen sich zunehmend in einer kooperativen Austauschbeziehung mit der Gesellschaft. Innovation findet nicht mehr linear beginnend in der Grundlagenforschung und sich zur Anwendung hin weiterentwickelnd statt, sondern ist mit verschiedenen Feedbackschleifen versehen.

„Third Mission“ wird zunehmend als ein multidimensionaler Ansatz gesehen, der auch die kulturelle, soziale bzw. politische Dimension gleichberechtigt miteinschließt. Hochschulaktivitäten sollten daher gesellschaftlicher Trends und Bedürfnisse berücksichtigen. Die Hochschule kann nur so dem Anspruch gerecht werden, eine sichtbarere und stärkere Rolle in der Gestaltung moderner Wissensgesellschaften zu spielen, und zwar durch die Bereitstellung sozial, kulturell oder ökonomisch nutzbaren Wissens.

Als Fazit steht für uns, dass die Podiumsdiskussion sowie die Rede von Frank-Walter Steinmeier zum Alumni Adam von Trott zu Solz Wissenschaftler*innen und Studierende dazu anregen sollte, sich zu äußern, Stellung zu beziehen und sich aktiv politisch einzubringen. Insgesamt hätten wir uns aber gewünscht, dass mehr Studierende Zugang zur Veranstaltung erhalten. Nur ein winziger Teil der Anwesenden waren Studierende. Leider musste aufgrund des Sicherheitskonzeptes die Veranstaltung nichtöffentlich stattfinden.

 

Wir freuen uns, dass wir dennoch allen Interessierten die Aufzeichnung der Veranstaltung zur Verfügung stellen können.: