Lust gegen die Zess-Kürzungen mitzuwirken?

Diese Postreihe soll euch zur aktuellen Lage an der Zentralen Einrichtung für Sprachen und Schlüsselkompetenzen (ZESS) informieren. Dort wurden sage und schreibe 164 Kurse im Vergleich zum vorherigen Semester gestrichen, was einen Wegfall von 52,7% entspricht.
Wer dachte es liege an der Corona-Krise, dass nicht nur viele Angebote fehlen, sondern es dadurch auch viel schwieriger geworden ist einen der begrenzten Plätze zu erhalten, täuscht sich. Die Einrichtung hätte fast ihr gesamtes Angebot digitalisieren können, auch die Vorbereitungen bei den Lehrenden dafür liefen bereits. Plötzlich wurden jedoch viele der Lehraufträge ohne Warnung wieder von der Universität zurückgezogen. Der Grund dafür ist ein großes Finanzloch, ausgelöst durch einen alten Beschluss des Präsidiums der Universität von 2018, welcher erst vor ein paar Monaten, während alle mit Corona beschäftigt waren, umgesetzt wurde.

Demnach erhält die ZESS keine zusätzlichen Mittel mehr, die sie zum Erhalt ihres Angebotes gebraucht hätte. Die Konsequenz daraus in diesem Semester ist, dass sich durchschnittlich zwei, im Bereich Führungskompetenzen sogar sieben Personen auf einen Platz bewerben mussten. Viele der Zertifikatsprogramme sind durch den Wegfall von Kursen oder durch die Ungewissheit ihres Bestehens nicht mehr nutzbar geworden. 43% der Kurse im Fremdsprachenangebot, welches viele Studierende nutzen um sich auf geplante Auslandsaufenthalte vorzubereiten, fallen weg. 70% der allgemeinen Schlüsselkompetenzen, die für einige die einzige Chance waren über den Tellerrand ihres Studienalltags hinauszublicken und sich noch dazu wichtige Qualifikationen für den Beruf anzueignen, fallen ebenfalls weg.

Um die Problematiken mit der Finanzierung der ZESS, in der seit Jahren Zuständigkeiten hin und her geschoben wurden, anzusprechen und den vorher schon für einige Jahre bestehenden schleichenden und nun abrupten Kurswegfall zu bekämpfen, haben wir uns fraktionsübergreifend innerhalb der Hochschulpolitik und mit Vertreter*innen der Lehrbeauftragten zusammengeschlossen. Wir haben bereits zwei, bald auch öffentlich zur Verfügung stehende Briefe an das Unipräsidium geschrieben und befinden uns seit zwei Wochen endlich in Verhandlungen über die Zukunft der Einrichtung. Trotzdem werden wir weiter laut sein, wann immer entgegen der Interessen der Studierendenschaft der Rotstift angesetzt wird und Angebote wegfallen. Auch das Bündnis bleibt weiter aktiv.
Unsere erste Kernforderung ist die Wiederherstellung des Kursangebotes auf den Stand vor den ersten Kürzungen 2018. Wir wollen das Angebot für euch zurückbringen!

Seid ihr interessiert und habt Lust in euer Fachschaft, Fach- oder Hochschulgruppe gegen die Kürzungen mitzuwirken? Dann wendet euch an den AStA, der das Bündnis organisiert oder schreibt direkt eure eigene Nachricht an die Leitung der Universität oder das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Denn eins ist klar: nicht nur bei der ZESS fehlt das Geld. Bildung muss sich nicht wieder lohnen, sie muss bezahlt werden, statt zusammengespart!