Pressemitteilung: AStA verurteilt Messer- und Metallstangenangriff auf antifaschistische Studierende

Nachdem ein Aufmarsch des extrem rechten „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ in Göttingen am Samstag durch ein breites Blockadebündnis verhindert wurde, griffen bewaffnete Neonazis im Nachgang am Albaniplatz unvermittelt zwei antifaschistische Studierende an und verletzten diese erheblich.

Einer der Angreifer, Jan Philipp J., wurde bereits Mitte dieses Jahrs verurteilt, weil er den Sprecher der studentischen „Wohnrauminitiative“ von seinem Fahrrad gestoßen und schwer verletzt hatte. Am Samstag trug J. nach Angaben von Zeug*innen beim Angriff ein langes Messer mit sich. Andere beteiligte Neonazis waren mit Eisenstangen und Eisenketten ausgestattet. Die anwesende Polizei griff zunächst nicht ein. Wie die Antifaschistische Linke International in einer Pressemitteilung berichtet, wurde die Polizei erst aktiv, als weitere Antifaschist*innen zur Unterstützung der Angegriffenen hinzukamen. Die Personalien der Angegriffenen wurden aufgenommen, nicht aber die der Neonazis. Ein Mitglied des AStA erklärt: „Wir verurteilen diesen Angriff und die Untätigkeit der Polizei auf das Schärfste! Dass Neonazis mit dem Messer auf antifaschistische Studierende losgehen, ist eine neue und zutiefst gefährliche Qualität rechter Gewalt, der auf allen Ebenen konsequent entgegengetreten werden muss. Schon einmal hat es in den 90er Jahren mit Alexander Selchow in Göttingen einen Toten durch einen Neonazi-Messerangriff gegeben. Dies darf sich niemals wiederholen!“

Kurz nach dem bewaffneten Angriff durch die Neonazis konnten diese bereits wieder frei durch Göttingen fahren und ein Mitglied des Kreistages vor seiner Wohnung bedrohen. Eine Beschlagnahmung der Waffen etwa geschah nicht. Der AStA erklärt hierzu abschließend: „Es drängt sich sehr stark der Eindruck auf, dass die Polizeiführung in Göttingen auf dem rechten Auge blind ist. Wenn Neonazis in die Lage versetzt werden, offensichtlich mit gefährlichsten Waffen zu Demonstrationen anzureisen und diese anschließend auch noch im Stadtgebiet unter Polizeischutz gegen Andersdenkende einzusetzen, scheint in der Polizeitaktik etwas entscheidend schief zu laufen. Stattdessen konzentrierte die Polizeiführung bei vergangenen Gegenprotesten ihre Kräfte darauf, immer wieder brutal gegen Studierende und andere Demonstrationsteilnehmer*innen vorzugehen. Dieses Vorgehen muss endlich ein Ende haben!“

AStA Uni Göttingen, 14 November 2016

AStA verurteilt Messer- und Metallstangenangriff auf antifaschistische Studierende (14.11.2016)

Kommentare sind geschlossen