PRESSEMITTEILUNG: Das Sommersemester muss ein Solidarsemester werden!

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen gibt folgendes bekannt:

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen hat sich am Dienstag, den 07. April der Forderung nach einem Solidarsemester angeschlossen. Ein bundesweites Bündnis vieler großer Studierendenorganisationen hatte sich im Zuge der anhaltenden Covid-19-Pandemie gebildet, um gemeinsam Forderungen für eine gerechte Gestaltung des Sommersemesters an den deutschen Hochschulen zu erarbeiten. Gemeinsam rufen wir zu einem Sommer der Solidarität an den Hochschulen auf, in welchem Lehrende und Studierende gemeinsam die Herausforderungen der Krise angehen, strukturelle Entlastung gewährt und der Leistungsdruck ausgesetzt wird – von allen Seiten.

Sozialreferent Hauke Bruns erklärt hierzu: „Durch die aktuelle Krisensituation wird nochmals deutlich, in welch prekärer Lage sich viele Studierende befinden. Zwei Drittel aller Studierenden gehen einem Nebenjob nach, vielen von ihnen bricht jetzt ihre finanzielle Grundlage zusammen. Wir brauchen daher dringend einen leichteren Zugang für mehr Studierende zum BAföG. Die Förderungshöchstdauer sollte zudem um mindestens ein Semester verlängert werden. Für alle Studierenden, die nicht durch BAföG erreicht werden können, braucht es dringend einen Bund-Länder-Studierendenfond, der Soforthilfen bereitstellt.“
Finanzreferentin Pippa Schneider ergänzt: „Außer dem BAföG stehen Studierenden quasi keine Sozialleistungen zur Verfügung. Der Zugang zum ALG II sollte für die Dauer der Krise auch für Studierende geöffnet werden. Außerdem darf sich die aktuelle Situation nicht auf Krankenversicherung, Kindergeld und Waisenrenten auswirken. Die Altersgrenzen müssen hier also ebenfalls verlängert werden. Tätigkeiten im Rahmen der Pandemiebewältigung dürfen sich nicht negativ auf die Studiendauer auswirken und müssen gerecht entlohnt werden.“
Annika Hinz führt weiter aus: „Besonders für ausländische Studierende ist die Situation schwierig. Sie können häufig nicht zu ihren Familien zurückkehren und der Zugang zu BAföG und Sozialleistungen ist ihnen verwehrt. Wir fordern daher, dass ausländischen Studierenden Zugang zu BAföG erhalten und dass ihre Aufenthaltstitel unbürokratisch verlängert werden.”
Abschließend fasst Pippa Schneider zusammen: „Wir brauchen jetzt größtmögliche Flexibilität aller Akteur*innen. Studierendenwerke, Behörden, Prüfungsämter: Alle müssen daran mitwirken, dass sich die Covid-19-Pandemie nicht negativ auf die Studierenden auswirkt. In solidarischer Zusammenarbeit müssen die Studierenden bei allen Planungen der Hochschulen, der Länder und des Bundes beteiligt werden.“

AStA und studentische Senator* innen befinden sich bereits im Austausch mit wichtigen Akteur* innen der Universität um einen Teil der Forderungen in deren Semesterplanung zu integrieren. Hierzu soll demnächst weiteres kommuniziert werden.
Die Forderungen des Bündnisses im Detail: https://solidarsemester.de/
Eine digitale Pressekonferenz des Bündnisses findet statt am 09. April um 11 Uhr: https://solidarsemester.de/pressekonferenz/