Pressemitteilung: Göttinger Studie belegt weitere Verschärfung auf dem Wohnungsmarkt – AStA zeigt sich besorgt

Zur kürzlich veröffentlichten Studie der Mietpreisentwicklung in Göttingen vom Ethnologen Michael Mießner (Göttingen) erklärt Sozialreferent Nikolai Palmer: „Die Studie bestätigt unserer Erfahrungen. Immer mehr Studierende finden keine bezahlbare Wohnung in Göttingen. Studierende mit dem fehlenden finanziellen Hintergrund der Eltern sind immer verzweifelter. Viele Studierende arbeiten im Monat mehr, als das sie studieren. Diese Entwicklung führt zu einer immer stärkeren Arbeitsbelastung, schlechteren Studienbedingungen und vermehrten psychischen Belastungen. Diese Entwicklungen sind besorgniserregend und so nicht tragbar.“

„Zusätzlich zu den allgemeinen Mietpreissteigerungen hat das Studentenwerk Göttingen die Mieten letztes Jahr drastisch erhöht. Die Suche nach bezahlbaren Wohnraum wird dadurch weiter verschärft. Hier sind das Studentenwerk und das Land gefragt, ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Studierende zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus muss auch der soziale Wohnungsbau gestärkt werden. Wir wollen keine sozialen Konflikte verschärfen, sondern ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Alle“, ergänzt Außenreferent Friedrich Paun.

Abschließend erklärt AStA-Vorsitzende Silke Hansmann: „Die Politik ist zum sofortigen Handeln aufgefordert. Es braucht dringend Investitionen in den sozialen Wohnungsbau und die Studierendenwerke. Wenn Bund, Land und Kommune nicht schnell ein Investitionsprogramm auf den Weg bringen steht der Göttinger Wohnungsmarkt vor dem Kollaps. Die Folgen für die Hochschulen in Göttingen wären dramatisch. Das Grundrecht auf Bildung ist so nicht mehr verwirklichbar. Ein Studium darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“

 

AStA Uni Göttingen, 21. November 2017

 

Zum Hintergrund: Der Göttinger Ethnologe Michael Mießner hat in einer neuen Studie die Mietpreisentwicklung in Göttingen erforscht. Die Studie zeigt eine dramatische Entwicklung auf dem Göttinger Wohnungsmarkt auf. Als Allgemeiner Studierendenausschuss mahnen wir seit Jahren die Politik, dass dringend etwas im Bereich bezahlbarer Wohnraum in Göttingen geschehen muss, um die soziale Öffnung der Göttinger Hochschulen nicht zu gefährden. Die Mietpreise sind in den letzten vier Jahren um fast 25% gestiegen. Die Durchschnittskaltmiete beträgt mittlerweile fast 10€. Der Anteil von Wohnungen mit einer Kaltmiete von unter 7,50€ ist von 43% auf 13% gesunken. Gleichzeitig sinkt die Zahl der BAföG-Empfänger*innen auf unter 20% der Studierenden. Die Wohnpauschale von 250€ reicht dabei nicht, um sich eine Wohnung in Göttingen leisten zu können. Gerade in den noch vergleichsweise günstigen Stadteilen wie Grone steigen die Mieten am stärksten. Diese Entwicklung führt zu einer immer stärkeren Verdrängung einkommensschwächerer Gruppen aus dem gesamten Stadtgebiet.

Der AStA der Universität Göttingen ist die Interessensvertretung der über 30.000 Studierenden der Universität Göttingen. Der AStA hat insbesondere die hochschulpolitischen, sozialen und kulturellen Belange der Studierenden in Hochschule und Gesellschaft wahrzunehmen. Dazu hat der AStA die Aufgabe, die politische Bildung der Studierenden und die Verwirklichung der Aufgaben der Hochschule zu fördern. In diesem Sinne nimmt der AStA für diese ein politisches Mandat wahr.

PM: Mietpreisentwicklung Göttingen (21.11.2017)

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