PRESSEMITTEILUNG: Studierende werden in Zeiten von Corona kaum unterstützt

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen gibt folgendes bekannt:

Studieren in Zeiten der Corona-Krise ist geprägt von vielen Unsicherheiten. Nicht nur die Frage nach dem nächsten Prüfungszeitraum und der Präsenzlehre, gerade die sozialen Fragen, wie die Miete oder die nächste Mahlzeit gezahlt werden soll, beschäftigen viele Personen im Studium. Viele Studierende in Niedersachsen werden in Folge der Corona-Krise entlassen oder können nicht arbeiten. Gerade die Personen in geringfügiger Beschäftigung sind stark betroffen und besonders ihnen fehlen jegliche soziale Absicherungen. Viele Studierende arbeiten in der Gastronomie und Hotellerie. Der Reformstau beim BAföG wird auch an dieser Stelle wieder sichtbar, denn nicht einmal 18 % der Studierenden empfangen die staatliche Studienfinanzierung. Personen in geringfügiger Beschäftigung sind derzeit nicht in den Plänen für das Kurzarbeitergeld vorgesehen, Studierende von den Sozialleistungen ausgeschlossen. Daher ist nun die Politik gefordert: Die Politik spannt momentan einen Rettungsschirm für die Wirtschaft – für die Studierenden gibt es noch keinen Plan.

Die Studentenwerke haben die Problematik erkannt und versuchen nun, die Studierenden zu unterstützen, die es geschafft haben, einen Platz im Wohnheim zu bekommen. Die Kabinette im Bund und im Land hingegen haben sich noch nicht erkennbar um eine Lösung der problematischen Situation bemüht. Die Studierenden können bisher nicht absehen, wie für sie die finanzielle Zukunft gesichert wird. Laut Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes arbeiten 68% der knapp 2,9 Millionen Studierenden während der Vorlesungszeit (2016). Diese 68% sind auf das Geld aus ihrem Nebenverdienst zum bestreiten ihres Lebensunterhalts angewiesen. Im Sektor der Personen in geringfügiger Beschäftigung werden Studierende durch die Corona-Krise kurzerhand entlassen, so werden zum Beispiel im Gastronomiebereich bereits Arbeitsverträge ab April ausgesetzt oder nicht verlängert. Die finanzielle Not der Studierenden wird dadurch verstärkt, dass auch ihre Eltern sie in der aktuellen Situation nicht unterstützen können, da sie selbst von ähnlichen finanziellen Problemen (wie zum Beispiel Kurzarbeitergeld) betroffen sind. Aus diesem Grund muss jetzt vom Bund und vom Land eine schnelle und unbürokratische Hilfe bereitgestellt werden, da die wenigsten Studierenden Überbrückungskredite von den Banken bekommen. Das gilt besonders für ausländische Studierende, da diese keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben und darüber hinweg neben eventuellen aufenthaltsrechtlichen Problemen weiteren Schwierigkeiten bei der Finanzierung ihres Lebensunterhalts gegenüber gestellt sind.

Deshalb fordern wir einen Rettungsschirm für Studierende, damit diese sich nicht weiter verschulden müssen!