Pressemitteilung: „Wo Fairness drauf steht, muss auch Fairness drin sein!“ Pressemitteilung zum „Fairness-Kodex“ der Universität Göttingen

Fairness bildet die Grundlage für die konstruktive und inspirierende Atmosphäre an einer Universität. Umso erstaunter zeigt sich der AStA der Universität Göttingen, dass kürzlich ein „Fairness-Kodex“ für alle Angehörigen der Georg-August-Universität veröffentlicht wurde, welcher ohne Beteiligung der Studierendenschaft erstellt und gegen den Willen dieser verabschiedet wurde. Der Kodex soll eine bindende Zusammenstellung von Regelungen des Miteinanders an der Universität bilden.

Daniel Pichl, AStA-Vorsitzender, merkt hierzu an: „Der Kodex nimmt für sich in Anspruch alle Mitglieder und Angehörigen der Universität zu vertreten und trat doch nur durch Erlass des Präsidiums in Kraft. Dieser behauptet: ,Wir, die Mitglieder und Angehörigen der Universität, stellen uns den Herausforderungen einer sich permanent wandelnden Arbeits- und Lebenswelt.‘ Eine solche Verordnung als Selbstverpflichtung zu tarnen, spricht der Herausforderung eines demokratischen Verständnisses Hohn.“

Der Hochschulreferent Matthias Henneke ergänzt dies um den Verweis auf formale Fehler: „Der Senat hat sich auf einer Sitzung massiv gegen die Form des Fairness-Kodexes ausgesprochen. Sich über das höchste Gremium direktgewählter Universitätsangehöriger aller Gruppen hinwegzusetzen und diesen Kodex dennoch zu veröffentlichen ist eine Ohrfeige für das Selbstverständnis der Universität als Ort gelebter Gleichberechtigung. Das ist alles andere als ,fair‘. An einen so in Kraft getretenen Kodex kann ich mich nicht gebunden fühlen.“

Daniel Pichl stellt klar, dass Fairness ein wichtiger Bestandteil der universitären Kultur ist; man dürfe jedoch nicht den mündigen Bürger aus seiner Verantwortung entlassen, in dem man jede noch so kleine gesellschaftliche Norm verschriftlicht. Pichl hierzu: „Universitäten sollen umfassend gebildete Menschen hervorbringen und nicht nur platte Selbstverständlichkeiten einfordern. Der Fairness-Kodex muss den Universitätsangehörigen vielmehr ein Leitfaden zum richtigen moralischen Handeln sein.“

Der AStA fordert daher das Universitätspräsidium auf, den bestehenden Fairness-Kodex zurück zu ziehen und gemeinsam mit Senat und AStA einen neuen Entwurf zu erarbeiten: Wo Fairness drauf steht, muss auch Fairness drin sein!

AStA Uni Göttingen, 04. September 2015

Fairness-Kodex (04.09.2015)