Pressemitteilung: ZESS muss über 60 Kurse streichen

Die Zentrale Einrichtung für Sprachen und Schlüsselqualifikationen (ZESS) der Universität Göttingen muss ab sofort massive Einsparungen vornehmen und daher viele Kurse streichen.
Allein zum kommenden Sommersemester sollen 34 Kurse wegfallen, 30 weitere dann zum Wintersemester. Daher werden nach aktuellen Schätzungen im Sommersemester ungefähr 650 Studierende keinen Platz bekommen, zum Wintersemester dann sogar 1200. Manche der bevorstehenden Kurse sind bereits jetzt sechsfach überbucht.
Von den Streichungen betroffen sind alle Arten von Kursen – von Englisch über Spanisch bis hin zur Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Excel. Die Kursangebote in Chinesisch, Finnisch, Norwegisch und Arabisch werden sogar gänzlich entfallen.
Hart getroffen werden auch angehende Erasmusstudierende, die mitunter mit drei Wartesemestern für einen Einsteigerkurs zu rechnen haben. Um dann das für den Auslandsaufenthalt erforderliche Sprachniveau zu erreichen, sind bis zu drei weitere Semester einzuplanen – so wäre der Erasmus-Aufenthalt nicht in der Regelstudienzeit für den Bachelor zu absolvieren.
Hauptgrund für die Streichungen ist die mangelnde Finanzierung für das ausgebaute Kursangebot. Zum einen werden immer mehr Kurse gefordert, zum anderen wird aber das Budget dieser Entwicklung nicht angepasst.
Der AStA kritisiert die Doppelmoral der Universität. Einerseits preist sie ihren Dreiklang „Digitalisierung, Diversität und Internationalisierung“ nach außen hin an, andererseits aber unternimmt sie kaum etwas, um diesem Anspruch gerecht zu werden: Statt die steigende Nachfrage an Kursen in der Digitalisierung und in den Sprachen zu bedienen, wird das Angebot verkleinert. Dadurch wird auch der fächerübergreifende Diskurs von Studierenden verschiedener Fakultäten, der für die Diversität der Universität essenziell ist, eingeschränkt.
Statt dem eigenen Anspruch gerecht zu werden und Gelder für die ZESS bereitzustellen, fließen Millionenbeträge in Prestigeobjekte wie das „Forum Wissen“. Das Kerngeschäft der Universität – die Lehre – gerät dabei mehr und mehr aus dem Blickfeld.
Wir als Vertretung aller Studierenden fordern deswegen, dass entsprechend der großen Nachfrage das Budget für die ZESS-Kurse erhöht wird, denn nur so kann die Universität ihrem Anspruch von „Digitalisierung, Diversität und Internationalisierung“ auch in der Lehre gerecht werden.
Die Universität muss auch kurzfristig – also schon zum Sommersemester – für das ZESS mehr Geld bereitstellen, um die Zahl der ausfallenden Kurse so gering wie möglich zu halten.

AStA der Uni Göttingen, 22. März 2018


Der AStA der Universität Göttingen ist die Interessensvertretung der über 30.000 Studierenden der Universität Göttingen. Der AStA hat insbesondere die hochschulpolitischen, sozialen und kulturellen Belange der Studierenden in Hochschule und Gesellschaft wahrzunehmen. Dazu hat der AStA die Aufgabe, die politische Bildung der Studierenden und die Verwirklichung der Aufgaben der Hochschule zu fördern. In diesem Sinne nimmt der AStA für diese ein politisches Mandat wahr.

PM Zess muss über 60 Kurse streichen