Pressemitteilung: Zur Prozesseröffnung: Gewalttätigen Studentenverbindungen entgegentreten!

Landgericht

Am Mittwoch, den 11. Mai 2016 beginnt um 9 Uhr beim Amtsgericht Göttingen (Saal B15) der Prozess gegen zwei Verbindungsstudenten der Landsmannschaft Verdensia Göttingen. Im Jahr 2015 hatten die Beiden den Pressesprecher der Wohnrauminitiative angegriffen, wodurch dieser von seinem Fahrrad stürzte und sich schwere Verletzungen am Knie zuzog, die daraufhin medizi-nisch behandelt werden mussten. Einer der damaligen Angreifer, Jan Philipp Jaenecke, ist mitt-lerweile zur Burschenschaft Hannovera gewechselt und aktives Mitglied der rechten Gruppierung „Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen“.

2015 wurde außerdem ein selbstverwaltetes Wohnheim in der Bühlstraße aus dem Gebäude der Burschenschaft Germania mit Softair-Waffen und Hartplastikmunition beschossen. Aufgrund die-ser Vorfälle hatte die Universität Göttingen endlich Konsequenzen gezogen: Von der Homepage wurden die Links zu den Burschenschaften und anderen Studentenverbindungen gelöscht.
Ein Mitglied des AStA dazu: „Nicht einmal ein Jahr nach diesen Vorfällen ist nun wieder eine Liste von Studentenverbindungen, die unter anderem auch auf die betroffene Burschenschaft Germa-nia verweist, auf der Homepage der Universität zu finden. Die damalige Positionierung des Uni-Präsidiums zu den Gewaltexzessen im Jahr 2015 wird hierdurch ad absurdum geführt. Als Studie-rendenvertretung ist es uns unerklärlich, warum durch eine offizielle Homepage der Universität Einrichtungen beworben werden, die durch gewalttätige Vorfälle gegenüber anderen Studieren-den auffällig geworden sind. Hierzu fordern wir das Uni-Präsidium zu einer Stellungnahme auf.“

Ein weiteres Mitglied des AStA ergänzt: „Wie kann es sein, dass Studentenverbindungen auf der Homepage der Universität als „bunt und divers“ bezeichnet werden? Sie treten für eine ausschließ-lich von Männern geprägte Gesellschaft ein, in der Frauen strukturell benachteiligt werden. Aus unserer Sicht passen die antiquierten Ansichten von Verbindungen weder in das Leitbild der Uni-versität noch in die Charta der Vielfalt, der sich die Universität verpflichtet fühlt. Auch den Best-immungen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes, an das auch die Universität Göttingen gebunden ist, stehen die Prinzipien von Verbindungen konträr entgegen. Wir fordern daher, dass die Liste wieder von der Homepage entfernt wird.“

Alle Studierenden rufen wir dazu auf, den Prozess kritisch zu begleiten und zu beobachten. Treff-punkt ist um 8:30 Uhr vor dem Amtsgericht Göttingen (Maschmühlenweg 11, Saal B15).

AStA Uni Göttingen, 11. Mai 2016

Zur Prozesseröffnung: Gewalttätigen Studentenverbindungen entgegentreten! (11.05.2016)