Stellungnahme zum Projekt „Freiwilliges wissenschaftliches Jahr“

Am 12.06. gab das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bekannt, dass eine Bundesratsinitiative erfolge solle, um das „Freiwillige wissenschaftliche Jahr“ bundesgesetzlich zu verankern. Ziel sei, mehr junge Menschen bereits vor Aufnahme eines Studiums für die Wissenschaft zu begeistern und neben
den bisher bestehenden Optionen des Freiwilligendienstes eine neue Möglichkeit zu schaffen, Schulabsolventen eine Orientierung auch im wissenschaftlichen Bereich zu bieten.

Hierzu erklärt Christian Cordts, Hochschulreferent des AStA: „Prinzipiell begrüßt der AStA die Initiative des Wissenschaftsministeriums. Ein solches Jahr kann eine
wertvolle Hilfe bei der Studienwahl sein. Momentan ist die Abbruchquote z.B. in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) relativ hoch, was oft darin begründet ist, dass viele Studierende vor Studienbeginn nur eine
sehr unklare Vorstellung von ihrem Fach haben. Das FWJ kann hier Orientierung bieten. Weiterhin kann dieses Vorhaben ein niedrigschwelliges Angebot für eine erste „Tuchfühlung“ mit dem Wissenschaftsbetrieb darstellen und mithin dazu beitragen den Anteil von Jugendlichen aus bisher eher hochschulbildungsferneren
Schichten zu steigern.

Anna Reuter, Sozialreferentin des AStA, gibt jedoch zu bedenken: „Der AStA unterstützt das Vorhaben nicht vorbehaltlos. Für das Gelingen müssen verschiedene Faktoren erfüllt sein. Es darf nicht dazu kommen, dass die zukünftigen FWJler als billige Arbeitskräfte zum Kopieren, Kaffee kochen und für Botendienste eingesetzt
werden. Ebenso darf es nicht dazu führen, dass die FWJler die Aufgaben von regulär angestellten Hilfskräften und Mitarbeitern übernehmen. Zudem wäre für die Hochschulen die Teilnahme am FWJ nur die „Kür“ ihrer Tätigkeit und nicht die „Pflicht“.
Die Umsetzung darf nicht dazu führen, dass Kapazitäten aus den
Studiengängen für die Betreuung des FWJ abgezogen werden und damit Studienplätze verloren gehen oder die Betreuungsrelation sich verschlechtert.“