STUDENTENWERK WILL BEITRAG ERHÖHEN

Jeder kennt das Studentenwerk. Viele essen in deren Mensen, wohnen in einem der vielen Wohnheime, geben dort ihren BaföG-Antrag ab oder nehmen eine der vielen sozialen Angebote wahr. Auch könnte man das Studentenwerk dadurch kennen, dass man jedes Semester auch einen Beitrag an das Studentenwerk leisten muss. Dieser beträgt aktuell 77 €. Aktuell, weil der Vorstand des Studentenwerk dessen Stiftungsrat den Antrag vorlegen will, dass der Beitrag für das Sommersemester 2020 um 20 € steigen soll. In den beiden darauffolgenden Semestern um jeweils 5 €. Des Weiteren werden die Essen in der Mensa um 0,10 € steigen sowie alle Mieten um jeweils 10 €. Dieses soll am 24.06 beschlossen werden.

Hintergrund ist, dass der Neubau der Nordmensa mittlerweile unumgänglich ist und sich inzwischen auch ein erheblicher Sanierungsbedarf im Wohnheim “Robert-Koch-Straße” aufgetan hat. Dadurch ergibt sich ein erheblicher finanzieller Mehraufwand für das Studentenwerk, welches dieses durch eine Verringerung der Rücklagen, als auch der Aufnahme von neuen Krediten versucht zu entgegnen. Jedoch werden diese Maßnahmen nicht ausreichen um den Bedarf zu decken, weshalb es auch zu den oben aufgeführten Erhöhungen kommen soll, sofern der Stiftungsrat des Studentenwerk dieses genehmigt. Ärgerlich dabei ist, dass das Land Niedersachsen sich nicht in ausreichendem Maße finanziell an der Arbeit des Studentenwerk beteiligt. In anderen Bundesländern erhalten die Studentenwerke deutlich stärkere finanzielle Unterstützungen, übernehmen diese schließlich wichtige fürsorgliche Aufgaben. Das Land Niedersachsen hat Anfang der 2000er die Zuschüsse für die Betreibung von Wohnheimen  komplett eingestellt. Zugleich sank die allgemeine Finanzhilfe. Momentan werden für alle Studentenwerke in Niedersachsen zusammen gerade einmal 18 Mio. Euro vorgehalten. Voraussichtlich werden in ein bis zwei Jahren an allen Hochschulstandorten in Niedersachsen die Beiträge für die Studentenwerke bei mehr als 100 € liegen, womit diese zu den höchsten in ganz Deutschland zählen würde.

Daher fordert der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen, dass die Landesregierung von Niedersachsen langfristig wieder die Zuschüsse für die Studentenwerke deutlich erhöht, so dass sich diese nicht mehr hauptsächlich aus den Beiträgen von Studierenden finanzieren. Denn dadurch würde der Studienstandort Niedersachsen für Studierenden langfristig unattraktiv werden. Ebenso fordern wir, dass die Universität Göttingen in dieser Zeit das Studentenwerk Göttingen stärker unterstützt und sich auch für die Erhöhung der Finanzhilfe für Studentenwerke einsetzt.

Aufgrund, dass durch die Erhöhungen die Studierenden der Hauptfinanzier des Studentenwerks sind fordern wir dieses ebenfalls auf, den Studierenden mehr Partizipation an der Arbeit des Studentenwerks, zu ermöglichen, z.B. durch die Erhöhung der studentischen Vertreter in den Gremien des Studentenwerkes.