Deutschlandstipendium: Nur ein Tropfen auf den heissen Stein

Heute abend werden im Rahmen einer Zeremonie 136 Studierenden unserer Hochschule ihre Deutschlandstipendien verliehen. Wir beglückwünschen dabei selbstverständlich all jende, die erfolgreich darin waren und durch exzellente Noten und Engagement herausstechen!

Doch zugleich finden wir es höchst bedenklich, dass das Deutschlandstipendium weiterhin deutlich davon entfernt ist, die von der Politik vorgegebene Marke von 2 Prozent der Studierenden zu erreichen. Insbesondere deswegen, weil die Quote an Studierenden zumindest an unserer Hochschule stagniert.

Während es im letzten Jahr bei etwa 28.000 Studierenden 128 profititerten, so sind es nun bei über 30.000 Studierenden 136 Personen. Damit ist die tatsächliche Empfangsquote sogar minimal gefallen. Insofern sind die Jubelbotschaften des Präsidiums gerade aufgrund der hohen Verwaltungskosten mit Vorsicht zu genießen.

http://www.uni-goettingen.de/de/3240.html?cid=5365

Deutschlandstipendium: Kein Erfolgskonzept!

Grafik zu den durch das Deutschlandstipendium geförderten Studierenden seit 2011.

Geförderte Studierende30

Tolle Dinge kann das Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Deutschlandstipendium verkünden: Um stolze 14% habe die Zahl der Stipendienempfangenden im letzten Jahr zugenommen. Ein Grund zum Feiern? Keinesfalls! Denn 14% Steigung bei ca. 0,75% gefördete Studierende in 2013 ist immer noch nur ein Tropfen auf den heißen Stein!

Mal ganz im Ernst: Weniger als ein Prozent der Studierenden profitiert von dieser Förderung. Und selbst das heruntergeschraubte Ziel irgendwann einmal zwei Prozent (früher: acht) der Studierenden zu erreichen würde bei gleichem Wachstum erst 2028 erreicht. Aktuell werden außerdem gut 20% der Fördersumme für die Verwaltung aufgewendet – ein extrem hoher Wert. Darüber hinaus handelt es sich um ein sozial ungerechtes Modell, da wohlhabendere Studierende deutlich überrepräsentiert sind. Der Anteil an BAföG-Empfangenden liegt hier um etwa ein Drittel niedriger als in der gesamten Studierendenschaft.

Wir fordern deshalb das Ende dieses Programms und stattdessen eine Erhöhung der BAföG-Förderung. Wir brauchen keine geförderte Elite, sondern viele kluge Köpfe in unserem Land.

Näheres könnt Ihr zum Beispiel diesem Presseartikel entnehmen:
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/deutschlandstipendium-fuer-nur-ein-prozent-der-studenten-a-1036031.html