Pressemitteilung: Wider den Neonazis – Studierende auf die Straße!

Pressemitteilung, 08.09.2016:

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Göttinger Studierendenvertretung ruft Kommiliton*innen zu Protesten gegen die geplante NPD-Demonstration am Wochenende auf

Am kommenden Samstag, den 10. September, wollen Nazis in Gestalt des „Freundeskreises Thüringen/ Niedersachsen“ und der NPD zum ersten Mal seit 2005 wieder durch Göttingen marschieren. Als mobiler Demonstrationszug zunächst verboten, inzwischen als stationäre Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz zugelassen, klagt Neonazi-Anmelder Jens Wilke gegen das Verbot. Eine Aufhebung vor Gericht ist aus Sicht des AStA nicht unwahrscheinlich.

„Der entschlossene Protest im Herbst 2005 hat gezeigt wie erfolgreich die Göttinger*innen, darunter viele Studierende, im Verhindern von Naziaufmärschen sein können“, berichtet eine Sprecherin des AStA.  Damals hatten 6000 Gegendemonstrant*innen einen Abbruch des NPD-Aufmarsches erreicht. Und weiter: „Solche Erfolge setzen jedoch ein breites gesellschaftliches Bündnis voraus, an dem sich die Studierenden beteiligen sollten. Nur wenn alle ihr Möglichstes tun, erneut ein Zeichen gegen rechtes Gedankengut zu setzen, kann es gelingen, Neonazis dauerhaft gesamtgesellschaftlich an den Rand zu drängen.“

Ein AStA-Mitglied ergänzt: „Der extrem rechte ‚Freundeskreis‘ hat schon mehrfach im Umland und in Göttingen Kundgebungen abgehalten. Dabei mussten sie gerade in letzter Zeit immer wieder empfindliche Niederlagen einstecken. Immer waren sie isoliert, durch ein massives Polizeiaufgebot abgeschirmt und von Gegenkundgebungen übertönt. Das ist vor allem Ergebnis eines breiten Bündnisses und der zahlreichen Aktionen gegen die Nazis.“

Zuletzt hatte der ‚Freundeskreis‘, dessen Mitglieder auf den Listen der NPD zur Kommunalwahl antreten, alle seine Kundgebungen in Göttingen und Umgebung aufgrund des massiven Widerstandes aus der Bevölkerung und des entschlossenen antifaschistischen Engagements abgesagt. Stattdessen mobilisierten die Neonazis deutschlandweit im gewaltbereiten rechten Milieu für ihre Demonstration in der „Frontstadt“ Göttingen, wie sie es nennen.

„Für uns kommt es nicht infrage, die Göttinger Straßen gewalttätigen Neonazis zu überlassen. Aus diesem Grund ruft der AStA alle Göttinger*innen, insbesondere die Studierenden auf, Farbe zu bekennen, sich an verschiedenen Gegenveranstaltungen zu beteiligen und am Samstag mit uns auf die Straße zu gehen“, erklärt ein AStA-Mitglied abschließend.

Möglichkeit zum Gegenprotest gibt u.a. die Demonstration des Göttinger Bündnisses gegen Rechts, dass für Samstag ab 9 Uhr eine Demonstration vom Platz der Synagoge aus angemeldet hat.

AStA Uni Göttingen, 08. September 2016

Wider den Neonazis – Studierende auf die Straße! (08.09.2016)

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