Gender & Diversity

Referentin für Gender & Diversity ist Merle Mangels.

In unserer Gesellschaft sind leider nicht alle Menschen gleichberechtigt – Menschen haben mit verschiedenen Problemen zu kämpfen. So verdienen Frauen im Schnitt weniger Geld als Männer, People of Color erleben in ihrem Alltag ständigen Rassismus und Menschen mit Behinderungen treffen auf vielfältige Barrieren, um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei überschneiden sich Machtstrukturen oftmals, sodass viele Menschen sogar von vielen verschiedenen Diskriminierungen betroffen sind.

Da unsere Hochschule ein Teil der Gesellschaft ist, sind auch hier diese Machtstrukturen verankert, die z.B. Frauen, Trans*-Personen, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Inter*-Personen, Menschen mit Behinderung, Geflüchtete, Menschen aus nicht-akademischen Familien, Menschen einer anderen Nationalität oder Herkunft, Alleinerziehende und andere benachteiligen:

  • Obwohl in Göttingen 50,96% der Studierenden weiblich sind, sind nur 24,48% der Professuren von Frauen besetzt. (Zahlen von hier & hier) Je höher die Karriereleiter, desto weniger Frauen sind vertreten – so sind z.B. in der höchsten Gehaltsstufe nur noch 19,35% der Professor*innen Frauen.
  • Auch an der Universität kommt es zu sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt.
    Laut einer neuen Studie hat jede zweite Studentin schon einmal sexuelle Belästigung erlebt. Solche Erlebnisse haben in den meisten Fällen langfristige negative Auswirkungen auf das Studium und den Alltag.
  • Die strukturkonservative Hochschule begünstigt Trans*- und Homophobie. Viele glauben, es gäbe nur zwei Geschlechter, die sich heterosexuell aufeinander beziehen müssen. Dem ist aber nicht so, es gibt sehr viel jenseits und zwischen dieser Zweigeschlechtlichkeit und viele verschiedene Formen der Sexualität. Wir möchten, dass diese Vielfalt anerkannt wird und heteronormative Rollenklischees aufgebrochen werden.
  • Alltäglicher Sexismus: Menschen werden aufgrund ihres Geschlechts bzw. ihrer sexuellen Identität im Alltag diskriminiert und benachteiligt. Ein in der Gesellschaft verankertes Beispiel dafür ist der Mythos, dass eine Frau Sex haben will, nur weil sie knappe Klamotten trägt.
  • Barrierefreiheit: An unserer Uni sind viele Gebäude nicht barrierefrei. Das bedeutet, dass Menschen mit Behinderung nicht alle Räume erreichen können. Dies betrifft sogar neue Gebäude wie das KWZ.
  • Noch immer herrscht an der Hochschule eine große soziale Ungerechtigkeit: So haben nur 12% der Studierenden eine sogenannte „niedrige Bildungsherkunft“, das heißt, dass nur ein Elternteil einen beruflichen, jedoch nicht-akademischen Abschluss hat und so haben nur 36% der Studierenden eine sogenannte „mittlere Bildungsherkunft“, das heißt, dass beide Eltern einen beruflichen, jedoch nicht-akademischen Abschluss haben. (Quelle: Sozialerhebung DSW)

Das Referat für Gender und Diversity möchte sichtbar machen, dass Geschlecht und andere Kategorien wie soziale Herkunft, Sexualität, Nationalität, Alter, körperliche Gesundheit und familiäre Umstände in allen Lebensbereichen und auch an der Hochschule eine zu große Rolle spielen. Wir möchten dazu ermutigen, sich mit Geschlechter- und Diversitätsthemen sowohl theoretisch als auch praktisch zu beschäftigen, denn sie gehen alle etwas an. Deshalb organisieren wir Projekte, Veranstaltungen, spannende Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.

Wir versuchen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln, um Unterdrückungsverhältnissen entgegenzustehen. An der gesellschaftlichen Realität können wir aber nur gemeinsam etwas verändern.

Wenn ihr Fragen zu Gender- und Diversitätsthemen oder Projektideen habt, zögert nicht, uns zu kontaktieren.

 

Ihr seid betroffen von Diskriminierungserfahrungen oder sexualisierter Gewalt? Auch in diesen Fällen könnt ihr euch für erste Informationen und Hilfestellung an uns wenden.

 

 

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