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Das Studierendenparlament hat in seiner Sitzung am 30.11.2017 einstimmig die Durchführung einer Urabstimmung über die Einführung des Landesweiten Bahnsemestertickets Niedersachsen/Bremen beschlossen. Das Projekt wurde auf einen politischen Impuls hin ins Leben gerufen und seitdem in engem und regem Austausch zwischen Vertreter*innen der VerkehrsLandesAstenKonferenz (VLAK), der Eisenbahnunternehmen (EVU), der Verbünde (z.B. VBN) und der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) ausgehandelt. Informationen zum Projekt und dem Verlauf der Abstimmungen an den anderen Hochschulen gibt es hier.

Vorrangiges Ziel der Verhandlungen waren einerseits ein einheitliches Streckennetz mit einheitlichem Tarif für alle Studierenden in Niedersachsen und Bremen, andererseits eine transparente Berechnung der Preise sowie vereinfachte Abrechnungsverfahren. Um das zu ermöglichen, wurde sich in teilweise sehr kleinschrittiger Manier an eine Rahmenvereinbarung angenährt. Mit dem Ende der Verhandlungen in 2017 stellen wir das Ergebnis der Verhandlungen nun auch in Göttingen zur Urabstimmung. Damit gehen einige Veränderungen im Vergleich zu den vorherigen Abstimmungen beim Bahnticket einher, die wir euch im Folgenden näher bringen wollen.

 

Was ist das landesweite Bahnsemesterticket?


  • Das landesweite Semesterticket war drei Jahre in Vorbereitung, gemeinsam zwischen allen ASten und Eisenbahnunternehmen in Niedersachsen/Bremen.
  • Anstelle der an jeder Hochschule einzeln verhandelten Gültigkeiten und Preise würde es zukünftig einen einheitlichen Gültigkeitsbereich mit einheitlichem Preis geben.
  • Der Gültigkeitsbereich des Tickets umfasst alle Züge des Schienenpersonennahver-kehrs (SPNV), die in Niedersachsen, Bremen und auf einigen Zusatzstrecken in benachbarte Städte verkehren.

 

Vorteile des landesweiten Bahnsemestertickets


  • Erweiterung des für dich nutzbaren Streckennetzes um folgende Strecken: Echem – Lübeck, Helmstedt – Magdeburg, Osnabrück – Münster, Herford – Paderborn, Bad Pyrmont – Paderborn, Göttingen – Leinefelde, Eichenberg – Leinefelde.
  • Die Cantus-Strecken Kassel – Bebra – Haunetal-Neukirchen, Bebra – Eisenach und Göttingen – Bebra bleiben wie gewohnt zusätzlich zum landesweiten Ticket erhalten!
  • Konstantes Angebot der einzelnen Strecken – kein plötzlicher Entfall von Angeboten.
  • Transparente, nachvollziehbare Kalkulation von Preisanpassungen: Je nach Nutzungsintensität durch die Studierenden in NI/HB können die Preise steigen oder fallen. Zusätz-lich gibt es moderate Preisanpassungen, die über einen Index aller Schienen- und Ver-bundtarife in Niedersachsen/Bremen berechnet werden.
  • Keine übermäßigen Preissprünge mehr, wenn auf einer Strecke der Anbieter wechselt.
  • Entlastung eures AStAs von aufwändiger Verwaltungsarbeit: Bislang musste mit jedem EVU jedes Jahr neu verhandelt werden.
  • Längere Laufzeit: Anders als heute wird für das landesweite Semesterticket ein mehrjähriger Vertrag geschlossen. So müsst ihr lediglich über die Fortführung des bestehenden Tickets in Zukunft entscheiden.

 

Abstimmungsgrundlage


  • Das landesweite Bahnsemesterticket ist als solidarisches Ticket konzipiert. Alle Studierenden in Niedersachsen und Bremen werden in dasselbe Finanzierungsmodell einbezogen. Daher kommt das landesweite Ticket nur zustande, wenn mindestens 80% aller Hochschulen in Nds./Bre. für eine Einführung stimmen (gewichtet nach Studierendenzahlen).
  • Falls das landesweite Ticket zustande kommt, an der Universität Göttingen keine Zustimmung erreicht wird, werden wir kein Ticket für den Schienenverkehr mehr anbieten. Individuelle Streckennetze wie bisher können dann nicht fortgeführt werden.

 

Preise


  • Folgende Preise sind für das landesweite Bahnsemesterticket fest vereinbart:
    • WiSe 2020/21 und SoSe 2021: je 139,20+ 3,72 (NVV) = 142,92 €
    • WiSe 2021/22 und SoSe 2022 je 138,27 + 3,80 (NVV) = 142,07 €
  • zuzüglich dem Bussemesterticket (WiSe 2020/21 bis SoSe 2022) je 50,90€

 

Zeitstrahl – Über was stimmt ihr wann ab?


  • Prinzipiell wird über das landesweite Semesterticket nicht mehr jährlich (wie bisher), sondern zweijährlich abgestimmt. Der Zeitplan und die Optionen sehen für die folgenden Jahre folgendermaßen aus:
    • Januar 2018: Erstmalige Abstimmung über das landesweite Bahnsemesterticket
      • falls angenommen, und min. 80% der teilnehmenden Universitäten (nach Studierendenzahlen) stimmen ebenfalls zu: Einführung des Bahnsemestertickets für zwei Jahre
      • falls abgelehnt: Es gibt keine Ersatz-Abstimmung, oder ein alternatives Bahnsemesterticket. Wird das landesweite Bahnsemesterticket (in Göttingen) nicht angenommen, so wird es mindestens im Zeitraum 1.10.2018 bis 30.09.2019 kein Bahnsemesterticket in Göttingen geben; der weitere Zeitplan ist hinfällig. Bei Zustimmung in Göttingen, aber Scheitern des landesweiten Quorums wird sich um ein Notfall-Semesterticket gekümmert.
    • Januar 2019: keine Urabstimmungen zum Bahnsemesterticket, wohl aber zum Kulturticket und Bussemesterticket, und natürlich finden auch Hochschulwahlen statt!
    • Januar 2020: Erneute Abstimmung über das landesweite Bahnsemesterticket
      • Möglichkeit a) Annahme, zwei Semester neue Preise angenommen, zwei Semester SemTi, danach neue Wahl
      • Möglichkeit b1) Ablehnung, Preiserhöhung unter 5% (NVV-Zusatzstrecken abweichend), zwei Semester SemTi aufgrund Kündigungsfrist, Preiserhöhung wird übernommen, danach Ausstieg zum 1.10.2021.
      • Möglichkeit b2) Ablehnung, Preiserhöhung über 5% (NVV-Zusatzstrecken abweichend), zwei Semester SemTi aufgrund Kündigungsfrist, Preis bleibt gleich dem Vorsemester, danach Ausstieg zum 1.10.2021.

 

Räumlicher Geltungsbereich


Das landesweite Semesterticket gilt in den Regionalzügen im Land Niedersachsen und darüber hinaus. Unter diesem Link findet ihr die aktuell gültigen Strecken.

 

Urabstimmungsfrage


Soll verpflichtend für alle Studierenden ein landesweites Bahnsemesterticket zu den nachfolgenden Konditionen eingeführt werden?

A. 1. Das landesweite Bahnsemesterticket hat den folgenden Leistungsumfang:„Benutzung sämtlicher Züge des öffentlichen Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) betreiberunabhängig in folgendem räumlichen Geltungsbereich:Die Bundesländer Niedersachsen und Bremen sowie auf die Streckenabschnitte Hittfeld – Hamburg Hbf, Meckelfeld – Hamburg Hbf, Neu Wulmstorf – Hamburg Hbf, Leese-Stolzenau – Minden(Westf), Bückeburg – Minden(Westf) – Herford, Löhne (Westf)/Herford – Bruchmühlen, Osnabrück-Altstadt – Rheine –Salzbergen, Friedland(Han) – Hedemünden und Bodenfelde – Ottbergen, welche teilweise durch Gebiete benachbarter Bundesländer führen, sowie darüber hinaus die Relationen Echem – Lübeck, Helmstedt – Magdeburg, Walkenried – Nordhausen, Bad Bentheim – Hengelo (NL), Salzbergen – Münster (Westf.), Hasbergen – Münster (Westf.), Dissen-Bad Rothenfelde –Bielefeld, Herford – Bielefeld, Herford – Paderborn, Bückeburg – Minden (Westf.), Rinteln –Bünde (Westf.), Bad Pyrmont – Paderborn, Holzminden – Ottbergen – Paderborn, Bodenfelde – Paderborn, Göttingen – Leinefelde, Kassel-Wilhelmshöhe – Leinefelde und Speele – Kassel in der 2. Wagenklasse,sowie Benutzung der Züge der cantus Verkehrsgesellschaft mbH auf den Strecken Kassel – Bebra, Eichenberg – Bebra, Bebra – Haunetal-Neukirchen, Bebra – Eisenach in der 2. Wagenklasse durch zusätzliche Vereinbarung mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund“.
A. 2. Das landesweite Bahnsemesterticket wird beginnend ab dem Wintersemester 2021/22 bis einschließlich Sommersemester 2022 eingeführt werden.
A. 3. Für das landesweite Bahnsemesterticket erhebt die Studierendenschaft einen zusätzlichen Beitrag: im Wintersemester 2021/22 und im Sommersemester 2022 jeweils 138,27 Euro zzgl. 3,80 Euro für die zusätzliche Vereinbarung mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund, je Studierender oder je Studierendem.
A. 4. Zugleich wird § 1 Abs. 3 der Beitragsordnung der Studierendenschaft um folgenden Satz ergänzt werden: „Für das landesweite Bahnsemesterticket erhebt die Studierendenschaft einen zusätzlichen Beitrag: im Wintersemester 2021/22 und im Sommersemester 2022 jeweils 138,27 Euro zzgl. 3,80 Euro für die zusätzliche Vereinbarung mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund, je Studierender oder je Studierendem.“
B. 1. Im Wintersemester 2021/22 wird eine Urabstimmung zur Weiterführung des landesweiten Bahnsemestertickets zu geänderten Konditionen beginnendab dem Wintersemester 2022/2023 durchgeführt werden.
B. 2. Sofern die Weiterführung des landesweiten Bahnsemestertickets zu geänderten Konditionen nach Ziffer B. 1. in der Urabstimmung abgelehnt wird, gilt das Folgende:
B. 2. a.
aa. Beinhalten die geänderten Konditionen nach Ziffer B. 1. eine Steigerung des Beitrags um wenigstens 6,91 Euro (Steigerung um mehr als 5 Prozent im Vergleich zum Beitrag im Sommersemester 2022 in Höhe von 138,27 Euro) ohne die geänderten Konditionen der Vereinbarung mit dem Nordhessischen Verkehrsverbund), gilt das landesweite Bahnsemesterticket nach Buchstabe A. ohne die Beitragssteigerung und es wird hierfür je Semester ein zusätzlicher Beitrag in Höhe von 138,27 Euro je Studierender oder je Studierendem, erhoben.ODERab. Beinhalten die geänderten Konditionen nach Ziffer B. 1. eine Steigerung des Beitrags um nicht mehr als 6,90 Euro (Steigerung um höchstens 5 Prozentim Vergleich zum Beitrag im Sommersemester 2020 in Höhe von 138,27 Euro, gilt das landesweite Bahnsemesterticket nach Buchstabe A. einschließlich der Beitragssteigerung und es wird hierfür je Semester ein zusätzlicher Beitrag zwischen 138,28 und 145,17 Euro je Studierender oder je Studierendem erhoben.
B. 2. b. Zudem wird für das Leistungsangebot des Nordhessischen Verkehrsverbundes ein zusätzlicher Beitrag zwischen 3,80 Euro und 3,99 Euro je Studierender oder je Studierendem (Steigerung um höchstens 4,9 Prozent im Vergleich zum Beitrag im Sommersemester 2022 in Höhe von 3,80 Euro) erhoben.
B. 2. c. Die zusätzlichen Beiträge nach Ziffer B. 2. a. und B. 2. a. sind in der Beitragsordnung der Studierendenschaft festzulegen; die Festlegung erfolgt durch das Studierendenparlament.
C. Hinweis: Die Weiterführung des landesweiten Bahnsemestertickets steht unter der aufschiebenden Bedingung, dass Studierendenschaften, die insgesamt mindestens 80 Prozent der Studierenden repräsentieren, die derzeit ein Semesterticket besitzen und für die das landesweite Semesterticket vorgesehen ist, fristgerecht mitteilen, dass das jeweils zuständige Entscheidungsgremium der Weiterführung des landesweiten Bahnsemestertickets zugestimmt hat.