Pressemitteilung: Studiengebühren waren und sind unsozial!

Unlängst forderten die Hochschulrektorenkonferenz sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesichts knapper öffentlicher Kassen die flächendeckende Wiedereinführung von Studiengebühren. Der AStA weist diese Forderung strikt zurück.

Hierzu erklärt Elena Hammoud, Vorsitzende des AStA: „Schon jetzt besteht an den Hochschulen eine enorme soziale Schieflage, die eine Wiedereinführung des Bezahlstudiums dramatisch verschärfen würde. Die Sozialerhebungen des Deutschen Studentenwerks bestätigen, dass ca. 75% aller Studienanfänger aus Akademikerhaushalten stammen, während Kinder aus Arbeiterhaushalten nur 25% ausmachen.

Und Christian Cordts, Hochschulreferent des AStA, ergänzt: „Der Verweis auf die höheren Einkünfte, die Hochschulabsolventen erzielen und mithin die Erklärung der Studiengebührenerhebung zu einer Gerechtigkeitsfrage, ist ein Scheinargument. Einerseits erzielen längst nicht alle Absolventen hohe Einkommen, v.a. Absolventen Geistes- und Sozialwissenschaftlicher Studiengänge, andererseits haben Absolventen, die über hohe Einkommen verfügen, auch höhere Steuern und Sozialabgaben zu entrichten, was letztlich der Gesellschaft stärker zugute kommt als die Summe der entrichteten Studiengebühren.“

Der AStA spricht sich somit gegen jede Form von Studiengebühren aus. Stattdessen fordert er Staat und Hochschulen auf, gemeinsam mit den Studierendenvertretungen, langfristige Finanzierungskonzepte für Lehre, Forschung und Infrastruktur auszuarbeiten. Ein Schritt der aus Sicht des AStA lange notwendig ist, so äußert sich Cordts abschließend: „Die Schieflage mancher Hochschulen rührt nicht aus dem Wegfall von- Studiengebühren, sondern besteht seit vielen Jahren aufgrund von undurchdachten Sparprogrammen und der Priorisierung von kurzfristigen Prestigeprojekten, gegenüber langfristigen Ausfinanzierungen.

AStA Uni Göttingen, 29. Oktober 2014

Studiengebühren waren und sind unsozial! (29.10.2014)